Presseschau: StreamOn

Was ist in den letzten Tagen passiert? Diverse Publikationen haben sich der Geschichte angenommen, vor allem nach der eindringlichen Empfehlung der Verbraucherschützer, StreamOn zu untersagen.


Die ausführliche Begründung der Verbraucherzentrale ist sehr lesenswert und führt weitere Argumente gegen Zero-Rating-Angebote auf: Innovation wird erschwert, Kunden werden in teurere Mobilfunkverträge gedrängt.


Im Bezug auf meine Überlegungen, dieses Angebot von Anfang an zu boykottieren:


Auf Twitter beantwortet die Telekom kritische Nachfragen auf Kindergartenniveau: “Alles Quatsch” – ohne dass genau klar ist, auf welchen Teilaspekt genau eingegangen wird. Vielleicht ist alles, was sie da reden, tatsächlich Quatsch?


Vielleicht war die Idee, die Behauptung, niemand würde diskriminiert, zu überprüfen, doch nicht so schlecht. Denn selbstverständlich ist bitlove.org direkt abgelehnt worden. Wegen zu großer Offenheit? Wegen Download-Möglichkeiten? Werden grundsätzlich alle DRM-freien Angebote abgelehnt? Oder nur nach Tageslaune?

Downloads bei Netflix, Amazon Prime Video und Apple Music sind allerdings bei StreamOn zugelassen worden. Die Branchenriesen dürfen, der kleine Anbieter nicht. Das ist dann diskriminierend. Nur eben nicht für den Sprecher der Telekom. Der erklärt opportunistisch wie eh und je, dass das alles seine Richtigkeit hat.


Spotify fehlt wohl noch bei StreamOn, weil sie kostenlose und zahlende Nutzer trennen wollten. Da wollte die Telekom nicht mitspielen, und redet Spotify in ihre Geschäftsentscheidungen rein.


Die Stimmung bei den Kunden ist durch die “Endlich”-Kampagne allerdings schon vergiftet.

Der Backlash bei einem StreamOn-Verbot wird nämlich von den Mobilfunknutzern kommen, die bei den Anbietern auf unlimitiertes Streaming drängen werden.