Fehlkonstruktion Katwarn versagt wieder im Ernstfall

Ich hatte schon beim OEZ-Amoklauf geschrieben, wie Katwarn seine Grundfunktion nur äußerst mangelhaft geleistet hat.

Heute gab es wieder einen Ernstfall, ein Messerstecher in der Innenstadt. Die Polizei hat die Bevölkerung per Twitter um 9:47 Uhr gewarnt:

Eine Minute später, um 9:48 Uhr folgt der Hinweis, in den Häusern zu bleiben:

Erst 17 Minuten später kommt die Warnung via Katwarn via SMS.

Landeshauptstadt München meldet: Warnung Sonderfall. Gültig ab 21.10.2017, 10:05., Weitere Infos über soziale Medien, Rundfunk. (in 81241)

Ohne jeden Inhalt. Welche sozialen Medien? Find’s selbst raus. Vielleicht sind die Aliens gelandet, vielleicht ist nur das Bier im Hofbräuhaus aus. Facebook oder Twitter oder was?

Eine Minute später kommt die Warnung in die App:

Erst hier steht die eigentliche Meldung. Mit Link zur Feuerwehr auf Facebook.

Der Hintergrund hier: Die Feuerwehr ist laut eigener Aussage nicht in der Lage, zeitnah Beiträge auf muenchen.de einzustellen. Deswegen wird Facebook genutzt. Meiner Meinung nach ein unhaltbarer Zustand.

Per E-Mail wird auch gewarnt. Eine weitere Minute später.

Im Betreff: “Probealarm”. Ist aber der Ernstfall. Edit: Falscher Screenshot, jetzt ist es der richtige.

Hier ist der Link zur Feuerwehr auf Facebook nicht klickbar. Durch einen dummen Anfängerfehler sind die Doppelpunkte und Schrägstriche in der URL unnötigerweise URL-enkodiert. Der Link führt ins Leere zu http://2fwww.facebook.com statt zur Feuerwehr.

Punkte, die seit über einem Jahr nicht beantwortet wurden:

  • Warum wird hier nicht auch wie in vielen anderen Ländern die Funktion des Mobilfunknetzes genutzt, eine Nachricht zeitgleich an alle Nutzer zu senden. Ein weiterer Vorteil: Diese Nachrichten können ein stummgeschaltetes Mobiltelefon auch wieder laut schalten.
  • Wie kann es über 15 Minuten dauern, zwischen einem Tweet und der Warnung via Katwarn? Warum steht in der Meldung per SMS kein wirklicher Inhalt?
  • Sollten öffentliche Einrichtungen aus technischer Inkompetenz heraus einfach Facebook nutzen?

“Eleven Edits” im neuen Lightroom-Workshop

Chris Marquardt setzt seine englischsprachige Workshop-Reihe fort: Mit den neuen Funktionen aus Lightroom CC und Lightroom Mobile auf dem Smartphone.

Besonders gefällt mir das “Eleven Edits” Kapitel, in dem Chris elf seiner Lieblingsfotos noch einmal neu bearbeitet – und oft zu einem anderen Ergebnis kommt, je nach Tagesform. Und die Bilder sind wirklich toll:

discoverlightroom.com

Harte Migration

Spätestens 2013 stand fest, dass die Telekom die alte ISDN-Technik früher oder später ausrangieren und die Kunden auf VoIP-Vermittlungsstellen umziehen würde. Oma Müller hängt schließlich auch nicht mehr auf der Relais-Vermittlungsstelle mit dem Plattenspieler für die Zeitansage.

Die Technik wird umgestellt, die Kunden müssen den Vertrag wechseln oder werden gekündigt. Damals hat das der Sprecher der Telekom noch vehement von sich gewiesen. “Niemand wird gewechselt”. Der Twist damals: Die Telekom hatte schon fertige Pläne für die Drosselung der Festnetzanschlüsse in der Schublade, die beim Umstieg auf neue AGB für die (Vo)IP-Anschlüsse gezündet hätten.

Schmankerl heute bei Golem: Der Prozess wird als “harte Migration” bezeichnet und hat die Telekom wohl über 20.000 Anschlüsse im letzten Quartal gekostet. Bis Ende 2018 soll die Umstellung abgeschlossen sein.

Migrating Between Amazon Cloud Drives

This is a work in progress and may be updated.

I want to transfer a rather large amount of data between two different Amazon Cloud Drives for, ahem, reasons.

Get the rclone beta, I’m using v 1.36.

Authorize with the proxy server. Enter your creds on this site at your own risk.

Do this locally on your Mac/PC, once for each account, then copy the resulting config file ~/.rclone.conf to a server in the cloud.

ACD doesn’t support cloud-to-cloud copying, so you’ll have to download and re-upload everything. I’ll be doing this on a box with a 1 Gbit/s line.

These command options appear to work for me:

./rclone -vv --buffer-size=10G --acd-templink-threshold 0 --transfers 10 sync acd1:folder/ acd2:folder/

Some of the files appear to be in cold storage and need a couple of minutes to unfreeze, but rclone handles this just fine. In this first batch of transfers, rclone uses about 3GB of memory.

Larger files naturally transfer with less overhead and saturate the line at 700-900 Mbit/s. Smaller files slow down the process significantly, but running a copy of rclone for every top level folder with –transfers with a value of 10-30 each doesn’t appear to get rate limited too much, and with over 100 connections, I also get around 700Mbit/s for loads and loads of smaller files.

Update: Finished after a total of 3 days. Did a second and third run to make sure at least all file sizes match. Number of files and storage space reported by “Manage Storage” match 100%.

OVH Public Cloud Archive via scp/sftp/rsync

Hope this helps someone, as the official documentation is misleading.

When accessing OVH Public Cloud Archive via the scp/sftp/rsync gateway, the password is not a concatenation of tenant_name, username and password, but needs to have dots in between.

I think the safest way to get these values is to go to the panel, go to Cloud/Servers//OpenStack – add a new user for accessing pca, and click the wrench to “Downloading an Openstack configuration file”.

From that file, use OS_TENANT_NAME and OS_USERNAME, and the password you got when adding the user, join them with dots, and this should work:

scp filename [email protected]<region>.cloud.ovh.net:container/
password: OS_TENANT_NAME.OS_USERNAME.PASS

iOS 11: Opus Support in Podcast Feeds

iOS 11 comes with native playback support for the Opus audio codec inside the CAF container.

To generate files, use the afconvert tool on High Sierra.

afconvert input.wav -f caff -d opus -b 32000 output.caf

In Beta 1, there is no support for playing Opus in CAF files in Safari, but…

Podcasts.app supports Opus playback, if you claim the file is AAC, although it’s CAF containing Opus.

<enclosure url="http://example.com/test-48k.caf" length="51205493" type="audio/aac" />

For mono, speech-heavy podcasts, 48k is nearly transparent, 32k is very good, 16k is ok for a phone speaker and 8k has good, telephone-quality intelligibility.

Update: Here’s a test feed if you want to try it:
http://cdn.bitsundso.de/bitsundso/tmp/zPUQ2aSddX3wtTLd/feed.xml

Netzneutrale Alternative zu StreamOn

Bei Zero-Rating-Angeboten verlieren, wie bereits besprochen, alle: Der Anbieter, der Provider und der Kunde.

Folgende Alternative, bei der alle Beteiligten gewinnen, und die Netzneutralität gewahrt bleibt, würde ich vorschlagen:

Auf pass.telekom.de wird eine Option eingerichtet, die die Geschwindigkeit auf StreamOn-Niveau drosselt, also etwa 1,5Mbit/s. Und die Volumensberechnung wird damit auch eingestellt.

Damit lassen sich sehr viele Dienste im Internet vernünftig nutzen. Kein Anbieter muss sich dafür anmelden, das Netz der Telekom wird in gleicher Intensität wie von StreamOn-Nutzern genutzt, und Kunden können flexibel Tag für Tag entscheiden, ob sie lieber schnell oder ohne Volumensberechnung ins Netz möchten.

Als Incentive für Nutzer, teurere Verträge zu nutzen, würde das ebenso funktionieren. Nur in den teuren Tarifen, die jetzt StreamOn enthalten, würde es diesen Schalter geben.

O2 bietet ein ähnliches Modell an. Im O2 Free-Tarif wird zunächst das Inklusivvolumen des Vertrags bei voller Geschwindigkeit abgerechnet, danach wird nicht auf ISDN-Niveau gedrosselt, sondern auf 1Mbit/s. Außerdem wird der Zugriff auf das 3G-Netz beschränkt. LTE fällt dann weg.

Technisch machbar sind solche Modelle ohne Frage, z.B. wird bei der Telekom-Tochter Congstar der kostenlose “Messaging”-Tarif dauerhaft auf einen sehr geringe Geschwindigkeit gedrosselt. Sobald gezahlt wird, wird die Begrenzung auf einen anderen Wert gestellt und das gekaufte Volumen berechnet.

StreamOn auf der Telekom-Hauptversammlung

Thomas Lohninger hielt heute auf der Hauptversammlung eine Rede, die ich so zu 100% unterschreiben kann. Neben den bisher hier aufgeführten Gründen gegen StreamOn hier noch ein weiterer: Die Telekom schadet sich am Ende nur selbst damit.

Presseschau: StreamOn

Was ist in den letzten Tagen passiert? Diverse Publikationen haben sich der Geschichte angenommen, vor allem nach der eindringlichen Empfehlung der Verbraucherschützer, StreamOn zu untersagen.


Die ausführliche Begründung der Verbraucherzentrale ist sehr lesenswert und führt weitere Argumente gegen Zero-Rating-Angebote auf: Innovation wird erschwert, Kunden werden in teurere Mobilfunkverträge gedrängt.


Im Bezug auf meine Überlegungen, dieses Angebot von Anfang an zu boykottieren:


Auf Twitter beantwortet die Telekom kritische Nachfragen auf Kindergartenniveau: “Alles Quatsch” – ohne dass genau klar ist, auf welchen Teilaspekt genau eingegangen wird. Vielleicht ist alles, was sie da reden, tatsächlich Quatsch?


Vielleicht war die Idee, die Behauptung, niemand würde diskriminiert, zu überprüfen, doch nicht so schlecht. Denn selbstverständlich ist bitlove.org direkt abgelehnt worden. Wegen zu großer Offenheit? Wegen Download-Möglichkeiten? Werden grundsätzlich alle DRM-freien Angebote abgelehnt? Oder nur nach Tageslaune?

Downloads bei Netflix, Amazon Prime Video und Apple Music sind allerdings bei StreamOn zugelassen worden. Die Branchenriesen dürfen, der kleine Anbieter nicht. Das ist dann diskriminierend. Nur eben nicht für den Sprecher der Telekom. Der erklärt opportunistisch wie eh und je, dass das alles seine Richtigkeit hat.


Spotify fehlt wohl noch bei StreamOn, weil sie kostenlose und zahlende Nutzer trennen wollten. Da wollte die Telekom nicht mitspielen, und redet Spotify in ihre Geschäftsentscheidungen rein.


Die Stimmung bei den Kunden ist durch die “Endlich”-Kampagne allerdings schon vergiftet.

Der Backlash bei einem StreamOn-Verbot wird nämlich von den Mobilfunknutzern kommen, die bei den Anbietern auf unlimitiertes Streaming drängen werden.