Sipgate One wird eingestellt

Sipgate stellt die virtuelle Mobilfunknummer Sipgate One, einen Google Voice-ähnlichen Dienst nach langem Ringen ein. Die Bundespost und das Postministerium haben nicht mitgespielt. Google hat sich wohl das Drama angesehen und sich gegen eine Einführung von Google Voice in Deutschland entschieden.

Abschiedsbrief:

Einerseits wurde das Produkt vom Wettbewerb schlicht boykottiert.
Regelmäßig wurden von Mobilfunkanbietern Anrufe und SMS an 01570-
Rufnummern, die wir von der mittlerweile insolventen Telogic bezogen
haben, nur unzuverlässig zugestellt. Beim Aufbau eines virtuellen
Mobilfunknetzes, mit dem wir SIM-Karten für Produkte wie “simquadrat”
und “sipgate team” bereitstellen, wurden wir von mehreren
Marktteilnehmern aufgrund dieses vermeintlich bösartigen “sipgate one”
Produkts massiv behindert. So war sich beispielsweise die Telekom
Deutschland nicht zu schade, die Zusammenschaltung und Freischaltung
unserer Dienste derartig zu verschleppen, dass letztlich 27 Monate ins
Land gingen, bis die Mobilfunknummern unseres virtuellen
Mobilfunknetzes aus dem T-Mobile-Netz erreichbar waren.

Andererseits hat sich auch die Bundesnetzagentur große Mühe gegeben,
ein solches Produkt zu verhindern. Wir diskutieren seit vielen Jahren
mit der Bundesnetzagentur über die direkte Zuteilung von
Mobilfunknummern an sipgate, um eben nicht auf Dritte im Markt
angewiesen zu sein. Zwar wird sipgate möglicherweise, unabhängig von
SIM-Karten, Mobilfunknummern erhalten können. Eine jahrelange
Verzögerung und eine Aussicht auf eine Rufnummernzuteilung, die erst
nach einer von uns gegen die Bundesnetzagentur angestrengten Klage
möglich schien, ist jedoch nicht die Unterstützung, die wir uns von
einer Wettbewerbsbehörde erhofft haben. Als Folge des jahrelangen
Eiertanzes scheint mittlerweile sogar Google von der Einführung des
Produktes “Google Voice” in Deutschland Abstand genommen zu haben.

Zudem hat die Bundesnetzagentur mittlerweile die Position bezogen, dass
ein Anbieter eines Produktes im Stile von “sipgate one” keinen Anspruch
auf die Zahlung von Mobilfunkentgelten haben soll. Diese Entgelte
zahlen sich Telefonanbieter untereinander für die Weiterleitung von
Gesprächen zu bestimmten Rufnummern. Dadurch ergibt sich für Produkte
wie “sipgate one” die Situation, dass für eingehende Gespräche keine
Mobilfunkentgelte eingenommen werden, aber bei der Weiterleitung zu
einem anderen Anbieter bezahlt werden müssen. Da das Entgeltniveau in
Deutschland auch noch erheblich über dem in anderen westeuropäischen
Ländern liegt, ist es faktisch leider nicht möglich, ein Produkt wie
“sipgate one” kostenfrei anzubieten.

Servicemitteilung: iPhone 4S-Verträge rechtzeitig kündigen

Die Umsonstmentalität muss ein Ende haben.
Also für die Vorstandsliebe jeden Monat umsonst 50 Euro an die Telekom zu zahlen.

Deswegen der Hinweis: Es bleiben ziemlich genau noch zwei Monate, um T-Mobile-Verträge zu kündigen, die mit einem frischen iPhone 4S abgeschlossen wurden.

T-Mobile-Kündigungsassistent
Direkt zum Kündigungsformular

Denkt an eine ansprechende Begründung für die Kündigung, und seht bei Bedarf danach, ob und wie ihr die Rufnummer zu einem anderen Anbieter portieren wollt.

Das iPhone lässt sich dann nach zwei Jahren hier vom Netlock befreien.

Telekom: Nebelkerzen-Interview

Nebelkerzen-Interview bei welt.de

Keine Silbe zu “Managed Services”, die Frage zur Netzneutralität übergeht Obermann schlicht, nachgehakt wird nicht.

Und natürlich pures Gold für’s Archiv:

Welt am Sonntag: Mögen Sie eigentlich Ihre Kunden?

Obermann und Höttges: (im Gleichklang) Wir lieben unsere Kunden.

Obermann: (allein) Und wir kämpfen um jeden einzelnen Kunden heute und in Zukunft.

Telekom: Drei Prozent

Textaufgabe, Hefte weg.

Drei Prozent der Kunden, die Power-User, sind von der “Drossel” betroffen.
Durchschnittliche Kunden “verbrauchen” aktuell 15-20 GB im Monat.
Bis 2016 wird sich der Verkehr im Internet vervierfachen.

Ich habe das mal auf der Rückseite meiner Telekom-Rechnung aufgemalt.

drei-prozent

Bis zur zwangsweisen Umstellung betrifft das also ungefähr jeden einzelnen Durchschnittskunden.

(Wenn man diese Milchmädchenrechnung heranzieht. Aber die Telekom versucht es ja auch mit der Milchmädchen-Argumentation.)

Telekom: Sind Bestandskunden betroffen? (Ja.)

Deutschland-Chef der Telekom in der Welt:

Bis 2018 wollen wir komplett auf IP-basierte Dienste umschalten … Wie einst bei der Umstellung von analogem C-Mobilfunk-Netz aufs digitale D-Netz wird 2018 niemand dem alten Netz hinterherweinen.

Auf der Telekom Wholesale-Website die Abschaltungspläne für das Analog- und ISDN-Telefonnetz (PSTN), und damit die “alte” DSL-Technik:

  • 1-2 Jahre Beibehaltung des PSTN
  • 1-2 Jahre Beginn Rückbau PSTN
  • 1-2 Jahre Aufhebung PSTN-ICAs (Interconnection-Anschluss in Analog/ISDN-Netze von anderen Anbietern)

Telekom-Sprecher dazu in der DRadio-Sendung: (ab 7:20)

… es ist richtig, dass wir bis 2018 auf IP umstellen wollen, weil IP deutliche Vorteile hat gegenüber der alten Technik. Ich kann aber jetzt noch nicht sagen, wie 2018 die AGB aussehen. … wenn ein Kunde auf einen IP-Anschluss wechselt, ist das ein neuer Vertrag, ja.

Timo Hetzel: Wenn er gewechselt wird, das ist der Punkt. Er hat ja keine Wahl.

Sprecher: Niemand wird gewechselt. Der Kunde entscheidet sich selbst, ob er seinen Vertrag wechselt oder eben nicht.

Sprich: Wenn er die Wahl hat zwischen Abschaltung der Leitung oder neuem Vertrag.

Die Telekom ist bereits dabei, alte Telefon- und ADSL-Anschlüsse (bis 6Mbit und ATM-Technik dahinter) abzuschalten.

QSC bestätigt: [Spätestens bis Ende 2016] ist das klassische Festnetz Geschichte.

Natürlich wird im Zuge der Umstellung auf die neuen Vermittlungsstellen die alte Technik zurückgebaut. Niemand kann mir erzählen, dass für Oma Erna noch ein Schaltkasten mit Relais-Vermittlungstechnik bei der Telekom steht, nur weil sie ihren Vertrag seit 1970 nicht angefasst hat.