Peering mit der Telekom

Einige Leseempfehlungen zu den Durchsuchungen bei Telekom, France Telecom und Telefonica.

2005: c’t aktuell

Die lange zelebrierte Einigkeit ist offensichtlich passé, der Markt wird knallhart. Große Tier-2-Provider wie die Deutsche Telekom trennen schon seit einiger Zeit sukzessive ihre Backbones (Depeering) von der vermeintlich kleineren Konkurrenz. Jetzt gibt es auch zwischen den Tier-1-Carriern, also jenen wenigen Global Playern, die ohne Fremdhilfe Zugang zum gesamten Internet bieten können, Krach.

2010: Obermann will Google zur Kasse bitten

Wir können nicht alles umsonst anbieten, zahlen müssen diejenigen, die die Netze stark beanspruchen.

2011, Focus Online: YouTube – Lange Ladezeit verärgert Telekom-Kunden

Der Konzernsprecher deutete an, dass die Telekom solche Engpässe künftig nicht kostenlos beheben wolle. „Wir werden uns darüber unterhalten müssen, dass verkehrsintensive Anbieter wie ‚Youtube’ dafür bezahlen, dass ihre großen Datenströme von uns gemanagt werden.“

2013: [France Telecom]/Orange: “Google bezahlt uns für Youtube-Datentraffic”

2013: Gleiches Spiel zwischen Cogent und Verizon bei Netflix, Gigaom

Netflix’s growing popularity has made it a target of ISP (internet service providers) vitriol and anger, especially those who offer competitive services. Verizon, for instance owns 50 percent of Redbox, a video-over-the-Internet service that is competitive with Netflix. Time Warner Cable and Comcast are other large providers that has allowed degradation of the online video experience on its networks — after all the logic is that as people start to have a bad Netflix experience, they start to look for alternatives — perhaps the ISP’s own pay TV offering.

Und jetzt zu den Durchsuchungen:

Golem: Wegen Benachteiligung beim Peering durchsuchte die EU-Kommission Standorte der Deutschen Telekom, Telefónica und Orange. Beschwert hat sich der US-Konzern Cogent Communications.

Telekom-Sprecher Philipp Blank erklärte Golem.de: “Die Deutsche Telekom ist über die erneuten Untersuchungen im Bereich von Internetverkehr sehr verwundert. Bisherige Vorwürfe haben sich als haltlos herausgestellt. Deshalb wurden entsprechende Verfahren vor nationalen Regulierungsbehörden, die sich intensiv mit dem Sachverhalt auseinandergesetzt haben, eingestellt. Die Telekom ist im globalen Markt für Internetverkehr intensivem Wettbewerb ausgesetzt. Dieser Markt wird von US-Großanbietern dominiert, insofern sind wir hier der falsche Adressat. Die Telekom arbeitet eng mit den Behörden zusammen, um den Sachverhalt aufzuklären. Es geht hier nicht um den Markt mit Endkunden, sondern um den globalen Internetverkehr zwischen Carriern. Da gibt es teilweise schon länger Streit zwischen Europäern und amerikanischen Konzernen.

Ich bin, wenig verwunderlich, kein bisschen verwundert.

Auch auf Carrier-Seite muss sozusagen die Netzneutralität festgeschrieben werden, der Missbrauch einer beherrschenden Marktposition verhindert werden.

Mitteilung der EU-Kommision

Internet players interconnect with each other through a combination of wholesale services to cover all possible Internet destinations. Internet connectivity allows market players (e.g. content providers) to connect to the Internet so as to be able to provide their services or products at the retail level. This service is crucial for the functioning of the Internet and for end users’ ability to reach Internet content with the necessary quality of service, irrespective of the location of the provider.