Telekom: Pilotversuch für Neubaugebiete

Heise, dpa und Nordsee-Zeitung spezifizieren:

… die Telekom einen Pilotversuch starten will, um zu ermitteln, ob das Festnetz in einigen Gebieten komplett durch Drahtlos-Anschluss ersetzt werden kann…

Voraussetzung dafür (…) ist jedoch, dass sich in der Qualität der Versorgung durch einen drahtlosen Anschluss nichts ändert und auch die Kosten für den Kunden nicht höher sind.

Selbst die Qualität von ISDN lässt sich über Funk nicht erreichen, geschweige denn voller Datendurchsatz für jeden Teilnehmer in einem Shared Medium.

Aber die Bundesnetzagentur wird’s schon richten, und den Anspruch auf die Grundversorgung durchsetzen, nicht wahr?

Heise frotzelt: “Gesetze lassen sich ändern”. Im Sinne der Telekom, versteht sich.

In Österreich bei T-Mobile ist ein ähnliches Produkt ohne Sprachdienst (Achtung, mit scheinbar vernünftigen, ungedrosselten Verträgen!) schon verfügbar.

Telekom: Kein Festnetzausbau mehr auf dem Land

Kein Festnetzausbau mehr auf dem Land

Saarbrücker Zeitung:

… in Neubaugebieten oder auf dem Land…: Der Konzern will dort keine Festnetz-Anschlüsse mehr legen, die sich nicht rechnen. …Der Konzern unter Vorstandschef René Obermann will nach Informationen unserer Zeitung künftig prüfen, ob er etwa Neubaugebiete noch ans Telefon-Festnetz anschließt. Wenn Städte und Gemeinden Baugebiete ausweisen oder Baulücken schließen, die aus Sicht der Telekom unrentabel sind, sollen keine Kupferkabel mehr verlegt werden. Das kann Bezirke am Stadtrand oder im ländlichen Raum treffen.

Oh, das ist priceless. Wir lösen das Problem mit fehlendem DSL auf dem Land, indem wir einfach gar keine Leitungen hinlegen!

Da, nimm einen Surfstick und halt die Klappe, Landei. 1 GB reicht ja wohl im Monat. Wenn du Glück hast, ist das sogar schneller als dein ISDN, das du nicht hast.

Und jetzt vergleichen wir das mit den Märchen vom Netzausbau, weswegen wir angeblich die gedrosselten Verträge mit der Preiserhöhung für alle haben.

Chef der Piratenpartei fordert Verstaatlichung der Telekommunikationsnetze

Chef der Piratenpartei fordert Verstaatlichung der Telekommunikationsnetze

Zwei Halbsätze von Schlömer bei wiwo.de.

Prüfen kann man das freilich. Wenn man sich aber die Debatte gestern im Bundestag und die Geschichten aus der Bundesnetzagentur ansieht…

Update: Markus Beckedahl mit Kommentaren zum Bundestag gestern.

Die Wirtschaftswoche legt noch eine Timeline zur Telekomliberalisierung bei, in der VDSL als Glasfaser-Netz bezeichnet wird.

Telekom: Regierungssprecher und Märchenstunde

Der kommt ins Poesiealbum:

Weitere Schritte sind spätestens seit Obermanns öffentlich geäußerten Plänen, Google und Apple abzukassieren, erforderlich. Oder nach einem Blick ins Ausland. Der Markt regelt es natürlich nur zu seinem eigenen Vorteil, wenn der Markt ein einzelner Monopolist ist.

zeit.de heute zur Demo in Köln und Netzneutralität:

Wenn Millionen Kunden durch die neuen Tarife nur noch schwer bis gar nicht Zugang zu YouTube und Online-Videotheken haben, bekommt die Telekom eine gute Verhandlungsbasis, um mit den Anbietern über Durchleitungsgebühren zu reden. Es geht also nicht darum, dass ein paar Internetverwöhnte ein schnelleres Netz wollen, ohne dafür zu zahlen.

Auch die drei Prozent der Telekom sind ein Märchen

Update: zeit.de hat das “Märchen” inzwischen gestrichen und zu “irreführend” gemacht. Ich mochte Märchen lieber.

Telekom Hauptversammlung

Obermann bei der Hauptversammlung:

"Die Alternative wäre, dass das Netz für alle langsamer oder für alle teurer wird"… Stattdessen setze die Telekom auf den Grundsatz: "Für alle schneller, für wenige teurer." Er halte das für gerecht, sagte Obermann.

Ich halte das für glatt gelogen.

Bandbreite ist kein knappes Gut, außer es wird künstlich verknappt, zugunsten von wettbewebsverzerrenden "Managed Services".

Anschlüsse werden nicht plötzlich von alleine langsamer, außer jemand schaltet die künstliche Drossel ein.

Telekom: Internet hin und her. Lern lesen und schreiben!

“CDU Media Night” – Angela Merkel:

Internet hin und her, ich bin trotzdem der Überzeugung, daß eine Fähigkeit zum Lesen erhalten bleiben sollte. Und nicht nur reduziert auf Abkürzel bei den verschiedensten Sorten der elektronischen Nachrichtenübermittlung. Denn es kann nicht schaden und man kann auch ein guter Internetnutzer sein, wenn man über gute Lesefähigkeiten, glaube ich, verfügt.

… weil Audio und Video zu viele Bits verbraucht? Spaß beiseite:

Gleiche Veranstaltung: Kulturstaatsminister will Zweiklassen-Netz verhindern

Bernd Neumann, Staatsminister für Kultur und Medien, hat … für die Netzneutralität als “Garant für mediale Vielfalt und journalistische Chancengleichheit” geworben. [Die “Drossel”] könne zu “massiven Verzerrungen im Wettbewerb der Inhalteanbieter führen”.

… Netzbetreiber stellten zunehmend nicht mehr nur ihren Transportweg zur Verfügung, sondern auch Inhalte, führte Neumann aus. Daher seien sie “natürlich in der Versuchung, diese privilegiert weiterzugeben”.

Sofortige Rufnummernportierung

Nachdem meine letzte Portierung (selbstverschuldet) spektakulär schiefgelaufen ist, habe ich nachgelesen, wie es momentan funktionieren sollte.

Neu ist seit einigen Monaten: Man kann eine “sofortige” Portierung vorab beim ausgehenden Anbieter beauftragen.

Ein Beispiel: Ein T-Mobile iPhone 4S-Vertrag läuft noch bis Oktober 2013. Ich will aber jetzt schon mit meiner Nummer zu einem anderen Anbieter. Dazu müsste ich T-Mobile benachrichtigen, zum Beispiel gleich in meiner Kündigung, dass die Nummer zur Portierung freigegeben werden soll. Die Freigabe bleibt dann für 30 Tage aktiv.

Beim neuen Anbieter kann man am besten beim Abschluss des Vertrags die Portierung mit beauftragen. Der fragt bei der Telekom an, die gibt das OK, berechnet 25-30 Euro dafür und eines Nachts springt die Nummer auf den neuen Vertrag.

Die Telekom ist auf Nachfrage jetzt auch verpflichtet, dem Restvertrag eine neue Nummer zuzuweisen, damit man den Vertrag bis zum Ende der Laufzeit auch weiter nutzen kann. Zahlen muss man ihn verständlicherweise auch bis zum Ende. Auch diese Ersatznummer kann am Ende der Laufzeit wieder auf einen anderen Anbieter portiert werden.
Um einen glatten Ablauf zu gewährleisten, sollte man wohl außerdem neben der Kündigung auch bei der Hotline nachfragen, ob alle Bits richtig geschaltet sind.

Die bisherigen Einschränkungen gelten weiter: Einige Anbieter weigern sich, Nummern auf bestehende Verträge zu portieren, und manche Angebote lassen sich untereinander nicht portieren, weil sie tatsächlich beim gleichen Unternehmen liegen.