LTE in Finnland

4G-Antenne im Vorort von Helsinki.

4G-Antenne in Helsinki.

Kollege Alex Olma (@iphoneblog) ist aus dem Zentrum von Helsinki an den Stadtrand gezogen. Gleiches Problem wie in Deutschland. Der DSL-Draht ist zu lang und der Provider hat noch keine DSLAMs an den Straßenrand gebaut. Glasfaser kann auch noch dauern. Permafrost-Böden graben sich schwieriger um als Gehwege in Oberbayern.

Seine Alternative: LTE-Antenne an die Blockhütte schrauben, und schon fließen 50/10 Mbit/s ohne Volumenlimit. Monatliche Kosten: 20 Euro für den Vertrag, 9 Euro Rate für den Router. Mit großzügigem Rücktrittsrecht vom Vertrag, falls die Netzabdeckung doch nicht die gewünschte Geschwindigkeit bieten sollte.

Zum Vergleich: Von der Telekom gibt es für den doppelten Preis (regulär 40 Euro, aktuell im Angebot 35 Euro) + 5 Euro Routermiete im Monat ein Inklusivvolumen von 10 GB. Ja, Zehn. Mit dem Tarif im Hinterkopf werde ich so schnell nicht in den Vorort ziehen, geschweige denn das Studio, LTE-Ausbau hin oder her. Kollege Wölfle kann ein Lied davon singen.

Bloggen kann man vielleicht auch auf der dünnen Leitung. Reden wir aber von Videotelefonie für Bits und so, ist der Unterschied gewaltig.

Die Videokonferenz auf wackeligem Dorf-DSL (Symbolbild)

Die Videokonferenz auf wackeligem Dorf-DSL (Symbolbild)

HD-Videokonferenz auf LTE

HD-Videokonferenz auf LTE

Damit sind wir in Deutschland effektiv wieder in der gleichen Situation wie 2005-2007, vor dem iPhone-Launch, nur eine Technologie weiter: Der 3G-Ausbau ging damals schon gut voran, die Endgeräte standen bereit. Google Maps für Nokia “Smart”phones war schon vorhanden, aber die Abrechnung nach dem Volumen (1 Euro/MB) erdrosselte jeden innovativen Dienst. Emails über WAP waren bezahlbar, alles mit bunten Pixeln nicht mehr.

Und während die Telekom Deutschland in die digitale Steinzeit drosselt, ist Finnland auf dem besten Wege, den Plan für 100 Mbit/s für jeden Bürger bis 2015 umzusetzen.