Telekom: Welche Bandbreite?

Dass die Argumentation der Telekom hanebüchen ist, sollte inzwischen ja klar sein. Aber sehen wir uns das nochmal an:

Aus dem Telekom-Blogpost: Neue Spielregeln für DSL?

Auf der einen Seite wächst das Datenvolumen exponentiell. Die Netze müssen also massiv ausgebaut werden und das kostet Milliarden. … Eine Lösung wäre tatsächlich, das in den Tarifen enthaltene Datenvolumen zu begrenzen. Der Vorteil ist, dass nur die Kunden mehr zahlen müssten, die tatsächlich mehr Volumen beanspruchen. Bisher ist es so, dass sämtliche Nutzer die intensivere Nutzung einiger quersubventionieren.

Aus Obermanns Brief an Minister Rösler:

[Es werden] … Begriffe wie Netzneutralität und Sicherstellung von Wettbewerb dahingehend missbraucht, einen Flatrate-Anspruch auf unbegrenztes Datenvolumen im Internet zu zementieren. Bei der immensen Steigerung der Verkehrsmengen und der immer größeren Leistungsanforderung an die Netze wird das aber dauerhaft nicht funktionieren

Aus dem DRadio-Gespräch, angesprochen auf den tatsächlich sehr geringen Preis von Backbone-Bandbreite (im kleinen Maßstab, z.B. bei Hetzner für 6,90€/1000GB), etwa bei 19:30 in der Aufzeichnung.

Timo Hetzel: Wie kann diese Bandbreite auf dem Telekom-Netz irgendwie teurer sein als im richtigen Internet?
Telekom-Sprecher: Das ist ganz erstaunlich, dass uns dieses Argument immer entgegengehalten wird. Wir haben nie gesagt, dass die Bandbreite für die Telekom teuer ist. Was wir sagen ist, dass a) die Umsätze sinken … und dass b) Milliarden in den Netzausbau investiert werden müssen. … Da geht es auch nicht um den Backbone-Verkehr, auch das ist ein Argument, das uns immer entgegengehalten wird. Wir haben nie über Backbone-Verkehr argumentiert. Wir haben gesagt, das Netz muss ausgebaut werden. Und das ist natürlich primär das Anschlussnetz, was teuer ist, weil dort der Spaten in die Hand genommen werden muss.

Also: Das Volumen im Backbone ist es nicht. Und das Volumen auf der letzten Meile, einer einzelnen Kupfer-Doppelader, offensichtlich auch nicht. Ob ich die letzte Meile 24/7 auf Anschlag nutze oder nicht, erzeugt die gleichen Kosten. Um also angebliche 3% der Kunden völlig sinnfrei zu gängeln, will die Telekom sich dieses PR-Desaster antun?

Nein. Was ist es dann, außer einer verdeckten Preiserhöhung und einer Nebelkerze, um Inhalteanbieter zu “Managed Services” zu drängen?